Dieses Programm thematisiert die Entwicklung der Bewegungsfähigkeit im Rahmen einer beruflichen Unterstützung oder Betreuung anderer Menschen. Es wird in der Altenpflege, im Krankenhaus, in der professionellen häuslichen Pflege, im Rehabilitationsbereich oder im Bereich der Behinderung eingesetzt. Menschen erleben sich als krank oder behindert, wenn sie bestimmte Bewegungen, die ihren Alltagsaktivitäten zugrunde liegen, nicht mehr eigenständig ausführen können. Eine zentrale Aufgabe von Pflege- und Betreuungsfachpersonen besteht darin, die betreuten Personen bei den Aktivitäten des täglichen Lebens zu unterstützen. Es ist eine große Herausforderung, diese Arbeit so zu gestalten, dass sie die Gesundheitsentwicklung aller Beteiligten fördert.
Kinaesthetics geht davon aus, dass die Unterstützung von Menschen, die Hilfe bei Alltagsaktivitäten benötigen (z. B. Sitzen, Essen, Aufstehen), dann sinnvoll ist, wenn sie ihre Bewegungsfähigkeit bestmöglich nutzen, erhalten oder erweitern können. So entwickeln sie mehr Eigenaktivität und werden schneller beweglicher. Sie nehmen sich nicht als ein Objekt wahr, das aufgrund eines „Defekts“ behandelt wird, sondern erleben sich als wirksam in Bezug auf ihren Gesundheitsprozess.
In diesen Kursen lernen die Teilnehmenden, hilfebedürftige Personen nicht wie Objekte zu behandeln, sondern sie durch eigene Bewegungsfähigkeit beim Bewegen zu unterstützen, um Lernen und Gesundheit zu fördern. Gleichzeitig lernen sie, die gesundheitlichen Risiken ihrer eigenen Arbeit zu reduzieren.
Der Basiskurs mit einer Gesamtdauer von 24 Stunden führt die Teilnehmenden in die sechs Grundkonzepte von Kinaesthetics ein. Diese Konzepte beinhalten Interaktion durch Kontakt und Bewegung, Gewichtssteuerung in der Schwerkraft, das Potenzial von Bewegungsmustern, die Förderung von Autonomie und Wirksamkeit, das Verstehen von Alltagsaktivitäten sowie das Nutzen und Gestalten der Umgebung. Lernziele des Kurses sind das Erfahren und Verstehen der Konzepte, die Vernetzung der Bewegungsqualität mit der Gesundheitsentwicklung sowie die Entwicklung praktischer Ideen zur Steigerung der Autonomie der Patientinnen und Patienten und zur Reduktion von Risiken für die Fachpersonen.
Der Aufbau- bzw. Fortgeschrittenenkurs, ebenfalls 24 Stunden, baut auf dem Lernprozess des Basiskurses auf. Er vertieft das Verständnis der Konzepte von Kinaesthetics und legt den Fokus auf die Bedeutung der Bewegungsfähigkeit für Lern- und Gesundheitsprozesse. Die Teilnehmenden lernen, die Unterstützung bei Alltagsaktivitäten gezielt als Lernsituation zu gestalten. Der Kurs umfasst die Analyse von Alltagsaktivitäten, die Erweiterung der Bewegungsfähigkeit, Autonomie und Verhaltenssteuerung.
Beide Kurse verwenden eine Methodik, die individuelle Erfahrungen, Partnerübungen, praktische Anwendungen, Planung selbstständigen Lernens und Dokumentation des Lernprozesses kombiniert. Die verbindliche Anwesenheit (mindestens 80 % der Gesamtstunden) ist Voraussetzung für die Teilnahme an der Abschlussprüfung und den Erhalt des Kurszertifikats (Basis oder Aufbau). Außerdem ist das Zertifikat des Basiskurses Voraussetzung für die Teilnahme am Aufbaukurs Peer-Tutoring oder einer Kinaesthetics-Trainerausbildung Level 1. Der Kurs berechtigt zu ECM-Punkten.
Derzeit verfügbare Plätze:
FC 2301- Ausgabe 1 – 0/16 (abgeschlossen)
FC 2301- Ausgabe 2 – 0/16 (abgeschlossen)
FC 2301- Ausgabe 3 – 0/16 (abgeschlossen)
FC 2301- Ausgabe 4 – 0/16 (abgeschlossen)
FC 2301- Ausgabe 5 – 0/16 (abgeschlossen)
FC 2301- Ausgabe 6 – 6/16
FC 2302 – Ausgabe 1 – 0/16 (abgeschlossen)