Technologie, Prävention und Nähe zum Menschen: ein neues Versorgungsmodell für über 80-Jährige mit chronischen Erkrankungen in Südtirol
Innovation im Gesundheitswesen bedeutet nicht nur, neue Technologien einzuführen. Sie bedeutet vor allem, diese zu nutzen, um die Versorgung näher zu den Menschen zu bringen, Bedürfnisse frühzeitig zu erkennen und Versorgungspfade zu gestalten, die Patientinnen und Patienten auch im Alltag begleiten können.
Aus dieser Vision heraus entstand „Vivere Meglio Digitale“, das Projekt, mit dem sich die Melittaklinik erfolgreich an der öffentlichen Ausschreibung von AGENAS – Nationale Agentur für regionale Gesundheitsdienstebeteiligt hat, die Teil der Initiativen für Telemedizin und die Versorgung älterer Menschen mit chronischen Erkrankungen ist.
Das Projekt belegte den fünften Platz im Gebiet Norditalienund erhielt einen Förderbeitrag von 1.100.000 Euro.
Ein bedeutendes Ergebnis, das es ermöglichen wird, in Südtirol ein innovatives Versorgungsmodell zu entwickeln, in dem digitale Instrumente, Gesundheitsmonitoring und die Beziehung zum Menschen Bestandteile eines einheitlichen Versorgungspfads werden.

Inhalt
411 beteiligte Personen über 80 Jahre in Südtirol
„Vivere Meglio Digitale“ wird eine Laufzeit von 18 Monaten haben und 411 Personen über 80 Jahre mit Wohnsitz in der Autonomen Provinz Bozen einbeziehen, wobei Menschen mit chronischen Erkrankungen besondere Aufmerksamkeit gilt.
Ziel ist es, über ein einfaches Monitoring aus der Ferne hinauszugehen.
Das Projekt sieht ein integriertes Modell vor, in dem Teleassistenz, Telemonitoring und digitale Begleitung zusammenwirken, um eine größere Versorgungskontinuität zu fördern und zum Erhalt der Selbstständigkeit und der Lebensqualität der Menschen beizutragen.
So wird Technologie zu einem Instrument der Nähe: Sie ersetzt nicht die menschliche Beziehung, sondern ermöglicht es, diese kontinuierlicher, zeitnaher und näher an den alltäglichen Bedürfnissen zu gestalten.
Drei Ziele zur Verbesserung der Lebensqualität
Mit zunehmendem Alter kann die Bewältigung einer chronischen Erkrankung mit weiteren Beeinträchtigungen im körperlichen, psychischen, kognitiven und sozialen Bereich einhergehen.
Daher setzt „Vivere Meglio Digitale“ an drei eng miteinander verbundenen Dimensionen an.
Sozialer Isolation entgegenwirken
Einsamkeit und weniger Möglichkeiten für soziale Kontakte können das Wohlbefinden älterer Menschen erheblich beeinträchtigen.
Das Projekt sieht Aktivitäten und Instrumente vor, die darauf ausgerichtet sind, die Beziehung zu den Menschen aktiv aufrechtzuerhalten und Möglichkeiten zur Teilhabe und sozialen Interaktion zu fördern. Die Versorgung wird somit aus einer umfassenderen Perspektive betrachtet, die Gesundheit nicht nur als Abwesenheit von Krankheit, sondern auch als psychisches und soziales Wohlbefinden versteht.
Die Therapietreue verbessern
Die korrekte Einhaltung einer Therapie ist insbesondere bei einer oder mehreren chronischen Erkrankungen von grundlegender Bedeutung.
Durch Monitoring und eine strukturierte Begleitung soll das Projekt einen bewussteren und kontinuierlicheren Umgang mit dem Therapieverlauf fördern, die Kontrolle bestimmter Parameter erleichtern und dazu beitragen, Situationen, die besondere Aufmerksamkeit erfordern, schneller zu erkennen.
Kognitivem Abbau vorbeugen
Die kognitiven Fähigkeiten aktiv zu halten, ist ein weiterer zentraler Faktor, um Selbstständigkeit und Lebensqualität so lange wie möglich zu bewahren.
Aus diesem Grund ergänzt das Projekt die Aktivitäten zur Gesundheitsüberwachung durch spezifische Initiativen zur kognitiven Stimulation, die mit körperlicher Aktivität und Möglichkeiten zur sozialen Interaktion kombiniert werden.
Vom Monitoring der Vitalparameter bis zur psychologischen Unterstützung
Eines der besonderen Merkmale von „Vivere Meglio Digitale“ ist der multidimensionale Ansatz der Maßnahmen.
Die teilnehmenden Personen können ein koordiniertes Angebot an Leistungen in Anspruch nehmen, das Folgendes umfasst: psychologische Unterstützung, Monitoring der Vitalparameter mithilfe medizinischer Geräte, strukturierte körperliche Aktivität, kognitive Stimulation und Initiativen zur Förderung sozialer Kontakte.
Die digitale Technologie wird somit zur Infrastruktur, die es ermöglicht, verschiedene Formen der Betreuung miteinander zu verknüpfen.
Es geht nicht nur darum, Daten aus der Ferne zu erfassen, sondern für die Person einen Weg zu gestalten, der körperliche Gesundheit, psychisches Gleichgewicht, kognitive Fähigkeiten und soziale Beziehungen gleichermaßen berücksichtigt.
Telemedizin, bei der der Mensch im Mittelpunkt bleibt
Die zunehmende Verbreitung der Telemedizin eröffnet neue Möglichkeiten bei der Betreuung von Menschen mit chronischen Erkrankungen, insbesondere wenn häufige Wege beschwerlich werden können.
Damit Innovation jedoch einen echten Nutzen bringt, muss die Technologie einfach, zugänglich und in ein Versorgungsmodell eingebettet sein, das auf die Bedürfnisse der jeweiligen Person zugeschnitten ist.
Dies ist die Perspektive, die „Vivere Meglio Digitale“ zugrunde liegt: digitale Instrumente nutzen, um die Betreuungsbeziehung zu stärken, nicht um sie zu ersetzen.
Telemonitoring und Telebetreuung ermöglichen es, den Versorgungsweg über die traditionellen Räumlichkeiten der Klinik hinaus zu erweitern und eine größere Kontinuität zwischen Betreuung, Prävention und Alltag zu schaffen.
Dies ist eine besonders bedeutsame Möglichkeit für ältere Menschen, für die eine Unterstützung ohne ständige Wege einen konkreten Beitrag zur Qualität ihrer Versorgungserfahrung leisten kann.
Innovative Gesundheitsversorgung im Dienste Südtirols
Für Melittaklinik ist „Vivere Meglio Digitale“ auch ein Projekt mit starkem regionalem Bezug.
Mehr als vierhundert Menschen über 80 Jahre aus der Autonomen Provinz Bozen einzubeziehen, bedeutet, ein Versorgungsmodell konkret zu erproben, das von den Bedürfnissen der Südtiroler Bevölkerung ausgeht und die Veränderungen berücksichtigt, die das Gesundheitswesen in den kommenden Jahren zunehmend prägen werden.
Die Alterung der Bevölkerung und die zunehmende Verbreitung chronischer Erkrankungen erfordern Modelle, die Gesundheitseinrichtungen, wohnortnahe Versorgung, Prävention und neue Technologien miteinander verbinden.
In diesem Szenario kann digitale Innovation zu einem wertvollen Instrument werden, um eine Gesundheitsversorgung zu entwickeln, die immer stärker präventiv, personalisiert und nah am Menschen ausgerichtet ist.
Forschung, Technologie und Menschlichkeit: die Vision von Melittaklinik
Die Teilnahme an „Vivere Meglio Digitale“ ist Teil des Engagements von Melittaklinik für Forschung, technologische Innovation und die Entwicklung neuer Versorgungsmodelle.
Eine Vision, in der der Fortschritt der Medizin nicht nur an der Verfügbarkeit immer fortschrittlicherer Technologien gemessen wird, sondern vor allem an deren Fähigkeit, einen konkreten Nutzen im Leben der Menschen zu schaffen.
Mit „Vivere Meglio Digitale“ hält diese Vision unmittelbar Einzug in die Häuser und den Alltag Hunderter älterer Menschen in Südtirol.
Technologie, Prävention und Nähe werden so zu Bestandteilen desselben Weges: Menschen dabei zu unterstützen, besser, länger und mit größtmöglicher Selbstständigkeit zu leben.

